April 2008
Forschung am Amphibienleitsystems
Nachdem im vergangenen Jahr eine qualitative Untersuchung am Amphibienleitsystem stattgefunden hat (Fragestellung: gibt es Schwachstellen am System, die noch verändert werden müssen), wurde im Jahr 2008 eine quantitative Erfassung durchgeführt, die die Frage klären sollte, wie viele Exemplare aus welchen Arten die Tunnel tatsächlich nutzen.
Dazu wurde im südlichen Teil etwa 50 m vor der Leitanlage im Wald ein Krötenzaun aufgestellt, an dem die Tiere – wie in den Jahren zuvor – mit Eimern abgefangen, bestimmt, gezählt und dann allerdings nur über den Zaun gesetzt wurden. Eine zweite „Eimerreihe“ wurde hinter den Tunneln eingegraben – hier sollte festgestellt werden, wie viele der im Wald erfassten Tiere dann auch durch die Tunnel gelaufen waren.
An der Leitanlage wurden in diesem Jahr allerdings nicht nur Amphibien gezählt, sondern es wurde auch geforscht ! Das Amphibienleitsystem ist eingebunden in ein von der Bundesanstalt für Straßenwesen durchgeführtes Projekt mit dem gewichtigen Titel „Annahme von Kleintierdurchlässen – Einfluss der Laufsohlenbeschaffenheit und des Kleinklimas auf die erfolgreiche Durchquerung“. Man ahnt es: es ist nicht immer selbstverständlich, dass die Molche, Kröten und Frösche die menschengemachten Querungshilfen annehmen, die es ihnen ermöglichen sollen, angestammte Wanderwege zu ihren Laichgewässern unbeschadet nutzen zu können, auch wenn irgendwann Straßen dazwischengebaut worden sind. Denn Krötentunnel ist nicht gleich Krötentunnel. Zahlreiche Faktoren spielen eine Rolle, die die Wanderung der Amphibien vom Winterquartier ins Laichgewässer – und später in umgekehrter Richtung – beeinflussen, und die beim Bau sog. Krötentunnel berücksichtigt werden müssen.
Während vielfach eine zu große Trockenheit in den Tunneln eines Leitsystems – insbesondere auch für die abwandernden Jungtiere – ein großes Problem darstellen kann, ist es in Holm eher zu viel Wasser, dass möglicherweise An- oder Abwanderung beeinflussen oder gar behindern kann. Insofern ist es in diesem Zusammenhang besonders interessant, im Hinblick auf die Annahme von derartigen Leitsystemen auch einmal erhöhte Feuchtigkeit, sprich einen Wasserüberschuss berücksichtigen zu können.
In den Tunneln an den Holmer Teichen wurden daher unter tatkräftiger Mithilfe von Hinnerk Lehmann verschiedene Meßsysteme installiert, die solche möglichen Einflussgrößen erfassen. Zeitweise wurde sogar ein Tunnel auf einer Seite mit Folie abgesperrt, um den Luftzug zu reduzieren und damit verbundene physikalischen Parameter zu verändern.
In ausgewählten Tunneln wurde so - wie die Fotos zeigen – über drei Tage Verdunstungs- und Austrocknungsphänomene erfasst, in anderen Versuchen wurden sog. Datalogger exponiert, die über 14 Tage vor und in den Tunneln Temperatur- und (Luft-)Feuchtigkeitsverhältnisse aufzeichnen. Außerdem wurden die (Luft-)Strömungsverhältnisse registriert.
Daneben wurden – natürlich - immer auch Verhaltensbeobachtungen an anwandernden Tieren durchgeführt, um einen möglichen positiven oder negativen Einfluss nicht nur mit der Zahl der hinter den Tunneln in den Eimern erfassten Tiere zu beschreiben, sondern auch am Verhalten der Lurche vor bzw. während der Einwanderung in die Tunnel zu dokumentieren. Hier wurde auch eine Infrarot-Videokamera eingesetzt, die die Anwanderungs- und Durchquerungsaktivitäten am Eingang der Tunnel über viele Stunden aufzeichnete. Außerdem wurde u.a. getestet, inwieweit beispielsweise eine Zuleitung durch quer zum Leitsystem angebrachte Bretter im Tunneleingangsbereich das Eindringen in die Tunnel verbessert.
Insgesamt eine spannende Sache – deren Auswertung allerdings an anderer Stelle und später erfolgen wird.
Vorläufig ausgewertet dagegen – soweit die Protokolle bis zum 8. April vorliegen - sind die Zahlen der Tiere, die am Zaun vor den Tunneln in den Eimern erfasst wurden und die derjenigen, die später in den Eimern hinter den Tunneln gefunden wurden, die also die Tunnel zur Querung der Straße genutzt hatten: von über 2.200 Amphibien, die etwa 50 m östlich der Kreisstraße im Wald angetroffen und über den Zaun gesetzt wurden, sind knapp 1.700 in den Eimern westlich der Straße wiedergefunden worden – über 75 %, ein insgesamt sehr gutes Ergebnis.
Über weitere Ergebnisse wird zu berichten sein.

Abbildung: Tunnel 8 mit Messvorrichtungen zu Temperatur und Feuchtigkeit (Datalogger unterhalb der Tunnelnummer und 2x im Tunnel), Luftströmung (glänzendes Anemometer mittig zwischen den Rampen, Datalogger rechts auf der Rampe) sowie Verdunstung und Austrocknung (Schachtel links und Schwämmchen rechts)

Abbildung: Messvorrichtungen auf der Berme im Bachdurchlass (Messvorrichtungen wie o.a. Abb.)

Abbildung: Mit Folie abgehängter Tunnel 7 (vgl. Text), im Vordergrund die Zuleitung zum Fangeimer; mittig im Tunnel hängt ein Temperatur-/Feuchtgkeits-Datalogger
Juli 2006
... Fotos vom Bau der
Amphibienleitanlage ...
April 2006
Endlich !!!
Das Amphibienleitsystem
an der K 28 wird im Sommer gebaut !!
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Wenn es sich nicht jenes Pferd noch
im letzten
Moment anders überlegt und vor die bewusste Apotheke stapft,
dann sieht es ganz so aus, dass die Krötentunnel im Bereich der Holmer Teiche
im Sommer gebaut werden !
Die Finanzierung ist gesichert – es kann wirklich losgehen - unsere
jahrelangen Bemühungen haben endlich Erfolg gezeitigt. Die EU, das Land
Niedersachsen, die Niedersächsische Lottostiftung BINGO!, der Kreis, die Stadt
Buchholz und die Aktion Krötenrettung machen es möglich – die Krötenretter
mit immerhin 10.000 € - Geld, das im wesentlichen durch Einzelspenden
zusammengekommen ist.
Allen
Geldgebern und Spendern sei – auch an dieser Stelle – nochmals herzlich gedankt !
Oktober 2003
Geschafft ! Die Finanzierung der
Genehmigungsplanung
zum Bau der Amphibienleitanlage an den Holmer Teichen ist gesichert !
Beteiligung an der Finanzierung
[Angaben in Prozent]
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![]() Stadt Buchholz i. d. N. |
Allen
sei herzlichst gedankt !
.
. . bitte aufs ´Schweinderl´ klicken !
Die Planung eines so komplexen Bauwerkes wie einer Amphibienleitanlage vollzieht sich in mehreren Phasen.
Nach der Ermittlung der Grundlagen wird die sog. Vorplanung gemacht. Hier wird u.a. über alternative Lösungsmöglichkeiten nachgedacht. Mit der
Entwurfsplanung, dem insgesamt umfangreichsten Teil, wird die entgültige Lösung erarbeitet, die schließlich – zusammen mit weiteren Unterlagen – als
Genehmigungsplanung in die erforderlichen öffentlich-rechtlichen Verfahren geht.
Geregelt sind sämtliche notwendigen Planungsschritte in der HOAI, der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die Kosten richten sich im wesentlichen nach dem finanziellen Umfang der Baumaßnahme (der von der Kostenschätzung her bekannt ist).
[Die Fachleute werden es gemerkt haben: hier geht es um die Bearbeitung der Leistungsphasen
1 - 4 HOAI.]