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Die Krötenwanderung im Bereich der Holmer Teiche
- Projektskizze -

Es gibt ein echtes Juwel in unserer unmittelbaren Umgebung, das in ein europaweites Schutzgebietssystem einbezogen ist - die Holmer Teiche. Sie sind Heimat einer einzigartigen Amphibienpopulation, die es zu schützen gilt.

Die Holmer Teiche liegen südwestlich von Holm, eines Ortsteiles der Stadt Buchholz i.d.N. am Nordwestrand des NSG Lüneburger Heide im Landkreis Harburg (Niedersachsen). Das Gebiet wird durchschnitten von der Kreisstraße K 28, die von Inzmühlen nach Holm führt. Insbesondere zur Zeit der Anwanderung der Amphibien zum Laichgewässer im zeitigen Frühjahr besteht hier ein erhebliches Konfliktpotential mit dem Kraftfahrzeugverkehr.

Dieses für die Amphibien existentielle Problem ist nur durch uns Menschen lösbar. Die Tiere sind nicht in der Lage, ihre Lebensweise umzustellen und sich den veränderten, für sie lebensbedrohlichen Bedingungen anzupassen.

Die aus naturschutzfachlicher Sicht hohe Wertigkeit des Gebietes - sowohl im Hinblick auf die Fauna als auch auf die Flora - ist lange bekannt. Das hängt zum einen mit seiner Lage in einem stabilen und relativ ungestörten Großraum zusammen, liegt aber zum anderen in nicht unerheblichem Maße an der extensiven und naturverträglichen Teichwirtschaft, die hier betrieben wird. Eine Gefährdung bzw. eine Veränderung dieser Verhältnisse sind, mitbedingt auch durch die Lage der Teiche innerhalb der Grenzen eines Naturschutzgebietes, derzeit nicht zu erkennen.

Seit gut 20 Jahren versuchen ehrenamtliche Naturschützer, diese mit insgesamt 14 Lurcharten auch aus landesweiter Sicht außerordentlich wertvollen Amphibienbestände zu sichern, indem sie zur Zeit der Laichwanderung im Frühjahr einen Krötenzaun betreuen. Unterstützt werden sie dabei durch Mitarbeiter der Stadt Buchholz, die den Zaun auf- und abbauen.

Im Jahr 2000 wurde der knapp 580m lange Krötenzaun vom 4. Februar bis zum 18. April von Mitgliedern verschiedener Naturschutzorganisationen, darunter der Aktion Krötenrettung Holmer Teiche (AKHT), betreut.

In diesem Zeitraum konnten insgesamt 6254 Lurche aus neun Arten erfasst und sicher über die Straße befördert werden. Der Moorfrosch stellte dabei mit über 2500 Exemplaren den größten Anteil. Bemerkenswert war weiterhin die mit 564 Individuen große Population des Kammmolches, einer Art, die lt. FFH-Richtlinie besonderer Schutzbemühungen bedarf.

Durch den Einbau von insgesamt 27 Eimern an der straßenabgewandten Seite des Zaunes konnten verschiedene Wanderungsschwerpunkte identifiziert werden.

Um auch langfristig den Amphibienbestand an den Holmer Teichen zu sichern, bemühen sich die an dem Projekt beteiligten Naturschützer unter Federführung der AKHT, Planung und Bau einer dauerhaft installierten Amphibienleitanlage zu realisieren. Mit einer solchen Anlage wäre nicht nur eine durch den Straßenverkehr ungefährdete Anwanderung zum Laichgewässer möglich, wie sie dokumentiert worden ist, sondern auch - später im Jahr - die Rückwanderung der Alttiere in den Sommer- bzw. Winterlebensraum. Zudem wäre auch die Abwanderung der frisch metamorphosierten Jungtiere sichergestellt, die in hohen Stückzahlen an und auf die Straße gelangen (sog. ´Krötenregen´), wegen ihrer geringen Größe aber zumeist nicht einmal wahrgenommen werden.

Auf einem Ortstermin mit dem für Amphibienschutz zuständigen Mitarbeiter im Niedersächsischen Landesamt für Ökologie (NLÖ), Herrn Podloucky, wurden erste konzeptionelle Überlegungen angestellt. Dabei wurde auch deutlich, dass dieses Projekt eine grundsätzliche Befürwortung aus Landessicht hat.

Um einen Überblick über die technischen Erfordernisse, den Umfang der baulichen Maßnahmen und die zu erwartenden Kosten zu erhalten, wurden bisher vier Angebote eingeholt und an den Kreis bzw. an das NLÖ weitergeleitet. Außerdem wurde auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ein Gespräch mit dem Besitzer von Gut Holm und Eigner der an die Kreisstraße im Bereich des Zaunes angrenzenden Waldflächen geführt und dessen prinzipielle Zustimmung für eine mögliche randliche Nutzung seiner Flächen eingeholt.

Der Einbau einer Amphibienschutzanlage im Bereich der Holmer Teiche hätte zur Folge, dass sowohl der in jedem Frühjahr durch die Stadt Buchholz durchgeführte Auf- und Abbau des Zaunes als auch die ehrenamtlich langfristig nicht sicherzustellende, z.T. jährlich drei Monate währende Betreuung des Zaunes entfallen könnten. Eine Kontrolle und gelegentliche Pflege eines Amphibienleitsystems würden aber durch den AKHT gewährleistet sein.

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eine Amphibienleiteinrichtung im Bereich der Holmer Teiche zu bauen, damit auch unsere Kinder noch wissen, wie Molche, Kröten und Frösche aussehen und wo sie leben.